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„Ohne sie ginge es nicht“

Konfi-Team-Tag für 200 Ehrenamtliche der evangelischen Kirchen

Rund 200 ehrenamtlich Mitarbeitende in der Jugendarbeit aus den vier evangelischen Kirchen im Nordwesten haben sich am 13. Februar im Oldenburger Kulturzentrum PFL zum „Konfi-Team-Tag“ getroffen, um Erfahrungen auszutauschen, Netzwerke zu knüpfen und neue Impulse für die Jugendarbeit zu bekommen. „Dieser Tag ist vonseiten der hauptamtlich Mitarbeitenden in der Jugendarbeit einfach ein großes Dankeschön für das Engagement der Ehrenamtlichen“, betonte Pfarrer

Matthias Hempel, Beauftragter für die Konfirmandenzeit in der oldenburgischen Kirche.

„Für die Konfirmandinnen und Konfirmanden sind wir ein Bindeglied zwischen ihrem Alltag und dem kirchlichen Glauben. Wir sind ganz normale Jugendliche, die feiern gehen, Spaß haben und gleichzeitig kirchlich interessiert sind – das zu sehen, ist für die Konfis spannend“, erklärte Thordis Paulsen. Die 19-jährige Oldenburgerin war eine der Teamerinnen und Teamer aus den evangelisch-lutherischen Kirchen in Oldenburg, Bremen, Hannover und der reformierten Kirche, die den Tag in Oldenburg genutzt haben.

In insgesamt elf Workshops und auf einem „Markt der Möglichkeiten“ mit verschiedenen Aktionen bekamen die jungen Ehrenamtlichen Anregungen für die Gestaltung der Gruppenarbeit mit Konfis. Kreativität, gemeinsames Singen, aber auch Themen wie die Balance von Nähe und Distanz, Trost im Team oder das Trainieren von Präsenz und Aufmerksamkeit in einer großen Gruppe standen auf dem Programm.

Wie wertvoll die jungen Ehrenamtlichen sind, machte Angelika Pfeiler vom Landesjugendpfarramt in Oldenburg deutlich:

„Die Konfirmandenzahlen sind in unserer Region noch relativ stabil, aber es ist nicht mehr in jeder Familie selbstverständlich, sich konfirmieren zu lassen. Wir müssen neue Modelle haben, um die Jugendlichen anzusprechen, und Formate, die sich von der Schule unterscheiden – dafür brauchen wir Teamerinnen und Teamer. Ohne sie ginge es gar nicht, da wären viele Projekte nicht umsetzbar.“

Als Bindeglied zwischen den Hauptamtlichen und den Konfis seien die Ehrenamtlichen wichtig, sagte auch Uwe Martens vom Landesjugendpfarramt. Und Steffen Pokorny, 19-jähriger Teamer aus Bremen, erinnerte sich: „Als Konfirmand fand ich die Teamer immer ziemlich cool – die sind zwar älter, können den Konfis aber trotzdem noch Dinge auf Augenhöhe vermitteln.“

Das bestätigte auch Helena Theis. „Durch die Art, wie der Glauben und die Bibel vermittelt wurden, war das plötzlich nicht mehr langweilig.“ Nachdem die 16-jährige Bremerin bereits vorher kleinere Kinder in ihrer Gemeinde betreut hatte, wechselte sie nach der Konfirmation zu den Teamerinnen und Teamern, absolvierte die notwendigen Fortbildungen und überlegt im Moment, später auch beruflich etwas mit Jugendlichen zu machen. „Man kann da immer wieder was neu gestalten, es ist eine vielseitige Aufgabe“, so ihre Erfahrung. Auch die Atmosphäre zwischen den Ehrenamtlichen sei außergewöhnlich nett. Warum das so ist, brachte Thordis Paulsen auf den Punkt: „Der Glaube verbindet mehr, als beispielsweise nur Fußballfans vom gleichen Verein zu sein.“

Immer mehr Jugendliche litten unter Zeit- und Leistungsdruck, das ist die Erfahrung von Pfarrer Matthias Hempel. „Gleichzeitig besteht eine Sehnsucht, mehr zu erleben als nur stetigen Druck. In der Jugendarbeit erleben sie, dass sie unterschiedlich sein, ganz verschiedene Talente haben und einfach ohne jeglichen Druck dabei sein dürfen.“

Ein Beitrag von Anke Brockmeyer.

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